NABU - Naturschutzzentrum Gelderland - TOPFRAME
k.gif 1.gif
logo1.gif Topimage
1.gif
NABU - Naturschutzbund Kreisverband Kleve e. V. - Skudden

Projekte
- Skudden

 

Skudden
NABU stellt Pilotfläche zur Verfügung
Zwei der drei sehr umtriebigen Hobbyhalter von „ostpreußischen Skudden“ (im Folgenden kurz „Skudden“ genannt) im Kreis Kleve sind Mitglied von Vorstand bzw. Beirat des NABU-Kreisverbandes Kleve. Es handelt sich um Markus van Aken und Hubert Lemken. Wen wundert es also, wenn von hier aus 2005 der „Stein“ für ein neues zukunftsträchtiges Projekt im Bereich der Landschaftspflege „ins Rollen gebracht“ wurde. Der NABU-Kreisverband stellte eine von ihm gepachtete Fläche in Emmerich-Elten zur Verfügung. Kreis Kleve und Stadt Emmerich unterstützten die Aktion dankenswerter Weise durch die gemeinsame Finanzierung einer schafsicheren Zaunanlage. So konnte im November 2005 von Mitgliedern der NABU-Ortsgruppe Emmerich und weiteren freiwilligen Helfer ein Schutzzaun errichtet werden, der die Fläche für die Herde eingrenzt. Kurz darauf war die erste Skuddenherde, bestehend aus 25 Mutterschafen, auf der Waldlichtung in Emmerich Hoch-Elten im Einsatz. Durch die Beweidung soll der starke Aufwuchs der Fläche reduziert und eine auf diesem mageren Standort typische Vegetation gefördert werden. Die Anpflanzung von Obstbäumen auf der Fläche hatte sich aufgrund der sehr trockenen Bodenverhältnisse als nicht zweckmäßig erwiesen – nur die vor 15 Jahren gepflanzten Kirschen sind zu großen Bäumen herangewachsen.


 

 
Skudden im Einsatz
Zaunarbeiten
Die ersten Skuddenim Pflegeeinsatz Vorbereiten der Fläche durch Aufstellen eines Wildschutzzaunes
Widerstandsfähig mit bescheidenen Ansprüchen
Skudden sind mit nur 60 cm Widerristhöhe die kleinsten deutschen Landschafe. Ein Mutterschaf erreicht ein Gewicht von 30-40 kg (vergleichbar mit einem Reh), ein Bock 35-50 kg. Die Böcke der Skudden haben ein schweres Schneckengehörn, während ihre Zibben (weibliche Tiere) von Hornlosigkeit über Hornstummel variieren. Die Wollfarbe der Skudden ist weiß, scharz, gelegentlich brau oder grau, immer ganzfarbig.

Der Futterbedarf der Skudden ist im Vergleich zu den in der Profi-Schäferei gehaltenen Rassen recht gering, dennoch sind diese Tiere keine Hungerkünstler. Unerlässliche Voraussetzung für die Skudden ist die Deckung ihres Rohfaserbedarfs. Dazu genügen ihnen sehr magere (sandige) Standorte; im Winter nehmen sie auch armdicke Äste von Laub- und Nadelbäumen. Will man Obstwiesen mit ihnen beweiden, muss man vor allem jüngere Bäume hermetisch vor Verbiss schützen.

Die Tiere können in kleinen Gruppen Sommer wie Winter im Freien gehalten werden und benötigen keinen Stall, wenn sie auf der Fläche einen windgeschützten trockenen Unterstand haben. Die Rasse ist robust gegen Parasiten und Krankheiten und zeichnet sich durch eine problemlose Lammung aus. Damit eignet sich diese Schafrasse hervorragend, um mit ihr Landschaftspflege zu betreiben.



Überzeugende Pflegeerfolge
Inzwischen pflegen Skudden wertvolle Teile der Emmericher Ward und des Kranenburger Bruches, werden aber zunehmend auch für die Pflege von Streuobstwiesen angefragt. Eine vom Land NRW finanzierte mobile Elektrozaunanlage hilft beim Abgrenzen der Flächen und sichert damit einen zielgerichteten Einsatz der vierbeinigen Landschaftspfleger. Skeptiker sind mittlerweile von der Arbeit der Skudden auf den Flächen und ihrer zweibeinigen Betreuer überzeugt, die das Management der Pflegemaßnahmen und der Tiere ehrenamtlich durchführen. Um ihr Engagement zu professionalisieren, haben sich die Skuddenhalter im Nordkreis 2006 zu dem Verein "Landschaftspflege im Kreis Kleve e. V." zusammengeschlossen. Die Mutterschafherde ist so auf ca. 125 Tiere angewachsen. Die regelmäßige Beweidung der verschiedenen Flächen zwischen Kranenburg, Kleve und Emmerich wurde vertraglich abgesichert. Zur Refinanzierung wurden Grünlandprämien beantragt.

Ostdpreußische Schafe
Skudden
Ostpreußische Skudde:
Kleinste deutsche Landschafrasse
Leben ganzjährig im Freien –benötigen nur kleinen windgeschützten UnterstandSind robust, anspruchsbescheiden und widerstandsfähig gegen Parasiten und Krankheiten
 
Weitere Planungen
Inzwischen werden rd. 20 ha Naturschutzflächen und Obstwiesen von Skudden im Kreis Kleve gepflegt. Weitere Flächen sollen folgen. Um die wachsende Zahl der Flächen und Tiere zu bewältigen, ist auch der Einsatz eines Schäfers/ Schäferin in Planung. Aktive Unterstützung durch weitere ehrenamtliche Helfer beim Heuen sowie bei den verschiedenen Arbeiten mit den Tieren ist stets willkommen, darüber hinaus sind Fördermitgliedschaften und Spenden für den Ausbau des Projektes immer willkommen. Der Verzehr der Produkte getreu dem Motto „Erhalten durch Aufessen“ ist im Übrigen nicht nur kulinarisch zu empfehlen, sondern ermöglicht erst den Fortbestand des Projektes.


Kontakt:
  Hubert Lemken
Tel. (02825) 53 96 98
  Markus van Aken
Tel. (02826) 8193