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NABU - Naturschutzbund Kreisverband Kleve e. V. - Fledermaus

Projekte
- Fledermaus

 

Fledermäuse im
Kreis Kleve

Das Graue Langohr ist eine seltene Fledermaus in ganz Nordrhein-Westfalen



Im Bild rechts werden Fransenfledermäuse beringt, um ihren Lebensweg zu erforschen

Beringung
 
 
  Die folgenden 14 Fledermausarten wurden im Kreis Kleve nachgewiesen:
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)
Die erst 1999 wissenschaftlich bestätigte Art kommt verstreut im Kreis Kleve vor. Eine Wochenstube mit Jungen konnte in Geldern nachgewiesen werden
Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
Die stark gefährdete Art wurde bisher in Issum (mit Jungen), ansonsten verstreut im ganzen Kreis Kleve gesichtet.
Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Die Zwergfledermaus ist die häufigste Art und kommt in jeder Ortschaft vor. Dort ziehen die Weibchen gemeinsam ihre Jungen in Gebäudespalten groß, meistens auf Firstbalken. Sie ist nach der Rosten Liste von Naturschutzmaßnahmen an Gebäuden abhängig.
Paarungsquartiere findet man auch im Wald in Nistkästen.

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Die gefährdete Art kommt an den meisten Gewässern vor. Drei Wochenstuben mit Jungen sind in Geldern und Issum in Spechthöhlen und Nistkästen zu finden (H.-J. Windeln). Im Reichswald (Kleve) fand Carsten Dense ebenfalls 1-2 Wochenstuben

Teichfledermaus (Myotis dasycneme)
Dieser gefährdete Durchzügler aus den Niederlanden wurde nur in Geldern entdeckt (H.-J. Windeln).
Rauhhautfledermaus (Pipestrellus nathusii)
Sie ist bei uns im Kreis Kleve gefährdeter Durchzügler mit Paarungsquartieren im Sommer

Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
Er ist ganzjährig im Kreis Kleve anzutreffen, ist selten und mit einer Wochenstube in Geldern oder Issum präsent. Meist ist er Durchzügler oder Überwinterer in Baumhöhlen und speziellen Überwinterungsnistkästen (H.-J. Windeln).
Braunes Langohr (Plecotus auritus)
Diese gefährdete Art ist regelmäßig im Wald in Nistkästen oder Höhlen (mit Jungen) anzutreffen.

Graues Langohr (Plecotus austriacus)
Diese von Natur aus seltene Art ist vom Aussterben bedroht und in Geldern und Issum mit Jungen nachgewiesen worden, ansonsten auch in Kevelaer und Weeze zu finden.

Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)
Diese potentiell gefährdete Art konnte bisher mit Nachwuchs in Issum (vermutlich auch im Klever Reichswald) und zur Paarungszeit in Issum, Geldern, Kevelaer und Kleve beobachtet werden.

Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Sie kommt im Frühjahr und Sommer in Issum und Geldern in Baumhöhlen und Nistkästen mit Jungen vor. Seit 2002 werden sie von H.-J. Windeln beringt. Einige Tiere zogen rund 21 km Luftlinie bis nach Moers-Kapellen in einen Eiskeller zum Überwintern. Nachweise gibt es auch für Wachtendonk, Straelen (überwinternd), Kevelaer, Kleve und Rees (überwinternd).
Mausohr (Myotis myotis)
Das Mausohr wurde erstmalig 2011 fliegend für Geldern und Issum nachgewiesen.
Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
Diese gefährdete Art konnte mit einem Jungtier in Goch (Hubert Lemken) und mit einem Männchen in Geldern (H.-J. Windeln) bestätigt werden
Große Bartfledermaus (Myotis brandtii)
Diese stark gefährdete Waldfledermaus ist bisher nur mit einem Männchen im Reichswald (Kleve) von Carsten Dense entdeckt worden.


Kleinabendsegler  Graues Langohr

Fledermaus   Graues Langohr

 

 

Fledermäuse - heimliche Untermieter in und am Haus

Fledermausquartiere am Haus

Die meisten heute noch in Häusern lebenden Fledermäuse sind Spaltenbewohner, d. h. sie lieben enge Verstecke zwischen einer rauen (Holz-) Wand und einer Verkleidung mit Spalten von 2-5 cm Dicke, aber auch Spalten oder Löcher an Balken oder dem First. Fledermäuse sind dabei einerseits auf Sommerquartiere (Paarung, Jungenaufzucht) und andererseits auf Überwinterungsquartiere angewiesen.

Skizze        bat1.gif

  1. Firstziegelspalt zum Dach, beliebtester Einschlupf für spaltenbewohnende Arten
  2. Dachüberstandsverkleidung 
  3. Rollladenverkleidung, -kasten
  4. offenes Fenster zum ungenutzten Dachraum für die extrem seltenen Arten z.B. Graues Langohr
  5. Kaminverkleidung
  6. Fledermausbrett außen
  1. Fledermausbrett innen, z. B. mit Durchschlupf vom Lüfterziegel
  2. Garagendachverkleidung
  3. Wandverkleidung
  4. ungenutzte Fensterläden
  5. zugfreie, feuchte Keller und Bunker (Winterquartier)
  6. Holzstapel an geschützten Stellen (Winterquartier)

 

 

 

  Was können Sie zum Schutz der Fledermäuse tun ?
Fledermausschutz ist eigentlich ganz einfach. Beherzigen Sie einfach die nachfolgend aufgeführten Regeln !
Keine Insektenbekämpfungsmittel spritzen !!!

Die natürliche Landschaft erhalten und die einheimischen Pflanzen fördern, die Insekten für Fledermäuse ernähren, z. B. einheimische Gehölze und Blumen - keine giftigen ausländischen Pflanzen, z. B. Scheinzypressen, Lebensbäume, Fosythien oder auch Fichten usw.
Keine Zerstörung von Fledermausquartieren (Abriß oder Modernisierung von Altbauten, totaler Abschluß von Dachböden, Zerstörung oder vollständiger Verschluß von unterirdischen Hohlräumen und alten Kellergewölben, Fällen von Höhlenbäumen.

Kein Einsatz von für Warmblüter giftigen Holzschutzmitteln an Häusern, z. B. in Dachstühlen.

Keine starke Beunruhigung und Tötung von Fledermäusen durch Menschen wegen unbegründeter Angst oder übertriebenem Reinlichkeitsdenken.

Keine Gefäße oder Rohre oben offen belassen (Fliegendraht), weil sie gerne als Schlupfwinkel aufgesucht werden und wie Todesfallen fallen wirken, auch Regenabflußrohre oder Lüftungsrohre!

 

 


  Fledermauswinterquartiere
Bunkerbau
Eingang zum Bunker
Hier überwintern regelmäßig Braune Langohren in
Spaltenquartieren aus Styrodur
Einflugspalt für Fledermäuse am Bunker Bau
Bunker Scheuvens
Braunes Langohr
Der Bunker wurde mit Verstecken ausgestaltet.
Auch hier überwintern Braune Langohren
Fransenfledermaus
 
Winterquartier Brücke Straelen:
Fransenfledermäuse überwintern in den Mauerspalten.


 

 
Fledermausbunker Stepprat mit der
Naju-Gruppe

Projekt "Fledermausbunker"

Herrichtung eines alten Bunkers als Fledermausquartier

Im November 1997 nahm die neu gegründete Jugendgruppe "Bats" ein schweißtreibendes Projekt in Angriff: Ein alter, leerstehender Kriegsbunker von 10,7 m Länge wurde zum Fledermaus-winterquartier umgebaut. Zum Glück war die Eigentümerin eine Tierliebhaberin und mit dem Umbau einverstanden. In 26 Arbeitsstunden haben wir ca. 30 Tonnen! Erde und Müll aus dem Bunker herausgeschafft. Dabei haben wir nur den Hauptraum von ca. 6,80 m Länge, 1,40 m Breite und 1,84 m Höhe und den Treppeneingang frei geräumt. Die Erde haben wir 25 cm dick auf die Bunkerdecke geschaufelt, um eine Wärmedämmung zu erreichen.

Seit 2000 betreuen wir einen zweiten Bunker für Fledermäuse, der inzwischen mit einer Stahltür gesichert ist.

Hohe Luftfeuchtigkeit erwünscht

Damit die Fledermäuse im Winter möglichst eine hohe Luftfeuchtigkeit im Bunker vorfinden, mussten wir den trocken-warmen Raum fluten. Der Boden erwies sich jedoch als porös. Jetzt haben wir eine Teichfolie hineingelegt, die ca. 30 cm Wasserstand hält. Da hinein kippten wir Sand und legten Natursteine und Dachziegeln als Unterschlupfspalten darauf. An die Wand dübelten wir Fledermausbretter.

Bislang haben wir nur Tagpfauenaugen und Zimteulen (Schmetterlinge) als Wintergäste entdeckt. Wenn die Gittertür eingezogen ist, hoffen wir, dass im nächsten Jahr auch Fledermäuse das komfortable Winterquartier annehmen. Sicherheitshalber werden wir aber noch eine Zeitlang testen, ob in harten Wintern die Temperatur wirklich zwischen 2 und 9°C und die Luftfeuchtigkeit bei 70 bis 98% liegt. Ggf. müssen die Erdabdeckung des Bunkers verstärkt und die Luftzufuhr und die wasserspeichernden Elemente verändert werden.

 

 

 

Praktische Tipps: Was tun, wenn junge Fledermäuse
aus dem Quartier fallen
Ein frisch geborenes, nacktes Zwergfledermausbaby ist vom Giebel eines Einfamilienhauses in Issum gefallen. Es wurde von der Mutter trotz "Fiepen" nicht gesucht oder zurückgeholt. Es starb. Das wäre nicht nötig gewesen.
Am besten fasst man den Winzling (ca. 2 cm bei Zwergfledermäusen) vorsichtig mit Handschuhen an, damit Geruch und Krankheiten nicht übertragen werden können (ältere Breitflügelfledermäuse können in seltenen Fällen auch Tollwut haben). Dann setzt man das Kleine möglichst direkt unter den Giebelspalt oder unter Giebelbretter, damit das 1,5 -5 g schwere Tier ohne große Anstrengung in die "Wochenstube" der Weibchen zurückkrabbeln kann: Kopf voran! Fledermäuse klettern mit den Daumen zuerst und schieben mit den Füßen nach. Abstürze können so fast immer verhindert werden.
Man erkennt den Eingang ins Fledermausquartier am schwarzen Kot, den sie beim Hineinklettern an der Wand absetzen.

Wenn man nicht so hoch hinaufgelangen kann, weil eine entsprechende Leiter usw. fehlt, kann man auch möglichst hoch ein Brettchen anbringen, von dem aus das Junge weiterklettern kann.

Wenn ein Junges nicht mehr angenommen wird, kann man es beim Duisburger Zoo (0203/30559-0) großziehen lassen.
Hermann-Josef Windeln


 

Zwergfledermaus

Die ca. 5 Tage alte Zwergfledermaus wurde mit Handschuh angefasst und zu den Weibchen auf dem Firstbalken zurückgesetzt. Sie sitzt auf dem Zeigefinger


Fledermäuse im Kreis Kleve
 
  Fledermausquartiere am Haus

Was können Sie zum Schutz der Fledermäuse tun?

Praktische Tipps: Was tun, wenn junge Fledermäuse aus dem Quartier fallen

Herrichtung eines alten Bunkers als Fledermausquartier

Ansprechpartner:
 

(02831) 6793
Michael Platen
(02831) 8515

(02825) 539698
André Hausmann
(02835)5332

(02826) 92094
Duisburger Zoo
(0203) 30559-0
Fledermausschutz.de